... das "Regelwerk" hinsichtlich der Prognose Gefahren zeige: "Wenn zum Beispiel jemand in seinem Geburtsbild die Konstellation entdeckt: Jupiter = Mars/Hades mit der Deutung 'Selbstmord, gemeiner Mord, Aufregung oder Schaden bringende Tat", dann kann eine solche Aussage den Betreffenden in eine grosse Aufregung versetzen, die sich schliesslich zu einer Angstvorstellung verdichten kann. Ich habe seinerzeit als Schriftleiter der Zeitschrift 'Mensch im All' viele Briefe erhalten, in denen die Frage gestellt wurde, ob wirklich damit zu rechnen sei, einmal durch Selbstmord zu enden. Das war die Folge davon, dass die Deutungen im Regelwerk in einer Form gegeben wurden, als seien unabänderlich, als sei das Schicksal in der angegebene Richtung vorbestimmt. Gerade diese Erfahrungen bestärken mich in der Ansicht, dass Regeln in dieser Form füre eine wissenschaftliche Astrologie nicht tragbar sind" -- REINHOLD EBERTIN. KOMBINATION DER GESTIRNEINFLÜssE (Freiburg, 1986) p.43. Auch heute noch steht die Hamburger Schule in der Gefahr über ausgedehnten technischen Operationen und Berechnungen die Arbeit an Inhalten, die Arbeit an einem psychologisch tragbaren Beratungs- und Prognosekonzept der Astrologie zu vernachlässigen. Diese Gefahr ergibt sich nahezu zwangsläufig aus dem komplizierten Methodenarsenal der Hamburger Schule, mit dem man, wenn man damit nicht richtig umgeht, nahezu alles beweisen kann, und sie ergibt sich natürlich auch aus der grundsätzlichen ereignisorientierten Philosophie seit Anbeginn der Hamburger Schule. Es spricht aber sehr für die Hamburger Schule, dass sie selbst eine durchaus psychologische Wende versucht hat. Hier ist im wesentlichen auf die Schriften von Ruth Brummund hinzuweisen, vor allem auf ihren grossen Versuch eine Neufassung des REGELWERKS aus psychologischem Geist anzubieten. Die Arbeit von Ruth Brummund hat gezeigt, dass eine psychologische und auch psychoanalytische Arbeit mit den Transneptunpunkten, aber auch mit der Technik der Halbsummen- und Summenbildung grundsätzlich möglich ist. Ähnlich, wie es der klassischen Astrologie gelungen ist, einen Entwicklungsweg von der traditionellen, ereignisorientierten Astrologie zur psychologisch orienterierten Astrologie der Revidierten Klassik zu nehmen, müsste es der Hamburger Schule im Prinzip möglich sein, innerhalb ihres eigenen Systems einen ähnlichen Weg zu bewältigen. Immerhin gibt es inzwischen einige Anwender der Hamburger Schule, die gerade in der Revidierten Klassik geschult sind und entsprechen mit dem Modell der Hamburger Schule arbeiten. 5.2. Willensfreiheit oder Determination: Hermann Lefeldt und seine Nachfolger Die starke Ereignisorientierung am Beginn der Hamburger Schule und die ausgefeilte Technik, die scheinbar jedwede Ereignisbildung im individuellen Leben auch im Horoskop sichtbar machen kann, hat in der Tat zu einer Variante geführt, die der Versuchung erlegen zu sein scheint, das Horoskop als Bauplan für absolut jede Regung im menschlichen Individuum zu sehen und zu nutzen. Was die Arbeit mit der Hamburger Schule zwischen den beiden Weltkriegen in Deutschland angeht, so ist bemerkenswert, dass sich sowohl Alfred Witte in seinen zahlreichen Aufsätzen als auch Ludwig Rudolph in seinem Grundlagenwerk LEITFADEN DER ASTROLOGIE im Blick auf die Grundfrage nach der Determination durch das Schicksal oder der Freiheit des Willens sehr zurückhalten. Zwar liess und lässt die Hamburger Schule in ihren wichtigen Vertretern eine gewisse Nähe zur Theosophie ..., doch ist dies an und für sich überhaupt kein Anlass, die Hamburger Schule von vornherein eine fatalistisch-deterministische Haltung zu unterstellen ... mehr zu lesen: Wege der Astrologie [hier klicken] |