DAS URANISCHE LEUCHTFEUER

Geschichte der Hamburger Schule ab 1970

© Ruth Brummund, Dipl Psych

ruth.brummund@web.de

Aus dem Kepler Zirkel, der am 13.3.1915 von Friedrich Sieggrün gegründet war und Alfred Witte sowie Ludwig Rudolph später dazu gehörten, ging bei dem Astrologenkongress 1923 in Leipzig der erste Anstoss zur Gründung des Astrologen Vereins Hamburger Schule hervor. Der Tag der Eintragung ist als 31.10.1925 angegeben. Nach der Unterbrechung durch den Krieg und den Tod Alfred Wittes wurde mit der Eintragung ins Vereinsregister am 17.8.1948 die Astrologische Studiengesellschaft (Hamburger Schule ) e.V. offiziell als Forschungsgruppe bestätigt.

Das wichtigste Arbeitsbuch , das Regelwerk war durch die Nazis vernichtet worden. Es fehlte ein neues. Da bat Ludwig Rudolph Hermann Lefeldt um Hilfe. Beide Herren gingen 2 Wochen in Klausur und erarbeiteten die Grundlage für das nächste Regelwerk. Es mussten die Deutungen für den Pluto und für Sieggrüns Transneptuner ergänzt werden. 1959 erschien das Regelwerk in der 5. Auflage im Alfred Witte Verlag (Ludwig Rudolph) von 1928.

Das war die Situation, als Ruth Brummund im Oktober 1969 zur Hamburger Schule stiess. In den bisherigen Berichten über die Geschichte der Hamburger Schule ist danach nichts mehr geschrieben worden.

Anfang der Siebziger hat es in der Hamburger Schule einen Wandel gegeben. Jüngere Kräfte setzten sich tatkräftig ein, um der Tradition entsprechend dem Verein neue Impulse zu geben.  Es begann damit, dass an Hermann Lefeldts Geburtstag, dem 30.6.70 beschlossen wurde, noch in diesem Jahr wieder einmal eine Tagung zu veranstalten.

Das Ehepaar Rudolph fühlte sich zu alt dazu. Daher fiel an diesem Abend die Aufgabe an Udo Rudolph und Ruth Brummund zu. Es begann zwischen diesen beiden eine fruchtbare Zeit der Zusammenarbeit über Jahrzehnte.

Wie auf zwei Säulen wurde nun der Verein von diesen beiden getragen. Ihre Aufgabenstellung war unterschiedlich, aber in der Zusammenarbeit für den Verein ging es um gemeinsame Ziele. So beruhten die Aktivitäten von Udo Rudolph vorwiegend in der Organisation von Studienabenden, die 2 mal monatlich abgehalten wurden. Hauptsächlich hielt er die Vorträge. Aber nicht nur in Hamburg, sondern er reiste auch zu anderen astrologischen Gruppen innerhalb Deutschlands und des Auslands.

Im Jahre 1971 war Bangkok der erste Ort, wo er referierte. Später folgte ausserhalb der europäischen Länder auch Amerika. Beim Weltkongress der Astrologen in Luzern fehlte er selten.

Den schriftlichen Arbeiten widmete sich mehr Ruth Brummund. Im gleichen Jahr erschien bereits von ihr beim Witte Verlag (Ludwig Rudolph) die Transneptun-Ephemeride bis 1990, später bis 2000. Heute ist sie bis 2050 wieder vom Udo Rudolph Verlag herausgebracht.

An der Herbsttagung 1971 verlieh Ludwig Rudolph 2 Ehrennadeln mit Kranz. Es erhielten sie Udo Rudolph für seine Kontakte nach dem Ausland und Ruth Brummund für die TNE in Buchform.

H S Tagung, Okt 1971:  Von links: 1. Heimtraut Feist, 2. Erich Wölfer, 3. Dr Würdig, 4. Christine Jaenich, 5.6.?;   Oben links im Profil Hermann Lefeldt, und der letzte ganz rechts Carl Perch.

Von Ruth Brummund erschien 1972 Astropsychologische Charaktermerkmale. Es war der erste Versuch, psychologische Deutungen durch die Symbolsprache mit den Transneptunern zusammenzustellen.

Mit dem Jahr 1976 begann die Veranstaltung der Wochenseminare von beiden. Das erste fand in Vlotho statt, später in Rohrbach in Österreich und zuletzt in der Lüneburger Heide. Wiederholt wurden nach Abschluss dieser Woche Prüfungen abgehalten. Die Grundlage für die Prüfungsordnung war gemeinsam mit Carl Perch erarbeitet worden.

H S Tagung, 1979:  Von unten links: 1.Ruth Brummund, 2. Udo Rudolph, 3.?, 4.Ludwig Rudolph, 5. Emma Rudolph, 6.7.8.?;  In der hinteren Reihe von links: 1. Hermann Sporner, 2. Carl Perch, 3.?

1979 wurden von ihr 2 Bücher herausgegeben. Orts-Meridiane und Orts-Aszendent für wichtige Weltstädte und das Regelwerk-Neufassung in der neuen Form von jeder Kombination nur einmal. Kurz darauf folgte das Lexikon Neufassung.

Mit den Achtziger Jahren zog auch im den Verein das neue technische Zeitalter ein. Einem Sponsor verdankten wir durch die guten Kontakte von Udo Rudolph einen grösseren Betrag, der es ermöglichte, eine Computer Anlage anzuschaffen. Der Rechner, Drucker und Plotter waren nun da. Es fehlte nur noch der Programmierer.

In Bernd Westphal war ein junger Mann gefunden worden, der sich dafür zur Verfügung stellte. Die Software der Planetenberechnungen stammte von Dr. Landscheidt, und es konnte begonnen werden. Jedoch stellte es sich heraus, dass Westphal erst eine Ausbildung brauchte, die Udo Rudolph aus eigener Tasche bezahlte. Die Studiengesellschaft kam für seine Arbeitsstunden auf, die er am Gerät sass. Es war für alle Neuland. So konnte Udo Rudolph seine Vorstellungen und Ruth Brummund ihre Vorstellungen einbringen. Westphal schaffte es auch, eine Liste zu programmieren, mit deren Hilfe es möglich war, wissenschaftliche Grundlagen zu erarbeiten. An 680 Künstlerhoroskopen konnte Ruth Brummund anhand von vielen Aufstellungen zu Erkenntnissen kommen, die hoffentlich späteren Generationen mit als Grundlage dienen können.

Das Uranische Mandala

Seit Ruth Brummund das Mandala 1984 vorstellte, hat jeder Astrologe die Möglichkeit tiefenpsychologisch eine Person mit Hilfe des Horoskops zu erfassen, um deren Verhaltensweisen und Handlungen besser verstehen zu können.

Von beiden wurde 1985 das Handbuch zur Astrologie Hamburger Schule veröffentlicht und 1992 in englischer Sprache übersetzt.

1988 verlieh der Vorstand Ehrenurkunden an Adele Conrad und Ruth Brummund für ihre Verdienste um die Hamburger Schule.

Die Neunziger Jahre brachten so manche Unruhe in den Verein. 1991 erhielt Udo Rudolph eine Ehrenurkunde zum Dank für seinen 16-jährigen Einsatz als Vorsitzender. Mit dem Erscheinen der 2. Auflage der Regelwerk – Neufassung traten Ungereimtheiten und Fehler auf, die 1993 zum Austritt von Ruth Brummund führten.

Mit dem neuen Vorstand wurde in Riga 1995 eine astrologische Ausbildungstätte gegründet, die sich seit 1997 Alfred Witte Institut nennt. Udo Rudolph war der Mitbegründer und kümmert sich heute noch um die Fortentwicklung. Nach 3 Jahren Ausbildung haben die Studenten dort die Möglichkeit, sich prüfen zu lassen und erhalten dann ein Diplom.

50. Jubiläum HS, 1998: Ruth Brummund

Nach 35 Jahren ging das Vereinsblatt Hamburger Hefte, von Ludwig Rudolph 1961 gegründet, in den Privatbesitz von Michael Feist über. Es wurde ein neues Vereinsblatt gebraucht und im Heft Synthese erschienen die Berichte. Aber auch dieses Blatt wurde privat übernommen. Seitdem dient das ASHS Forum für Vereinsnachrichten. Im Gleichen Jahr brachte Udo Rudolph das Buch - ABC der Planetenbilder -heraus.

Seit 1997 gehören beide Udo Rudolph und Ruth Brummund wieder einer Arbeitsgruppe an. Durch Vergleich wird in der DAV - Sektion Hamburger Schule die Möglichkeit der Forschung gegeben. Die unterschiedlichen Richtungen, die sich im Laufe der Zeit aus der Hamburger Schule gebildet haben, können in diesem Kreis ihre Arbeitsweise mit den Ergebnissen vorstellen. Das tut Ruth Brummund über die Uranische Astrologie auch.

Im August 1998 jährte sich zum 50. mal das Bestehen des Vereins Astrologische Studiengesellschaft (Hamburger Schule) e.V.  Bei einer Wochenendtagung wurde dieser Tag gebührend gefeiert. Es trafen sich Astrologen aus aller Welt, die mit ihren Vorträgen einen Beitrag dazu leisteten.

Nun haben wir schon den März 2001. Was wird die nächste Zeit der Hamburger Schule bringen? Wir können nur wünschen, dass das Geistesgut von Alfred Witte und Ludwig Rudolph von all denen weitergebracht wird, die ehrlich und guten Willens sind.

-- Hamburg, 29.Nov.2000, 31.Mar.2001

Wer Fragen hat, der wende sich an ruth.brummund@web.de

Erinnerung an Ludwig Rudolph: Ruth Brummund

Weitere Informationen können Sie in Uranische Techniken
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